Die Wallfahrtskirche Mariä Heimsuchung auf dem FindelbergWallfahrt:
Der früheste urkundliche Beleg einer Wallfahrt ist die Stiftung einer Vikarie auf dem Findelberg im Jahr 1445. Aus dieser Zeit stammt die Pieta an der Südwand. Wie an anderen Orten, erlosch auch am Findelberg die Wallfahrt zur Zeit der Reformation und erlebte in der katholischen Reform, ab 1570, einen neuen Aufschwung. Vor allem im 17. und 18. Jahrhundert wallten an den Marienfesten viele Gläubige aus Saal und den Nachbardörfern zum Findelberg. Zu dieser Zeit nahm er unter den Wallfahrtsorten des Bistums, nach Dettelbach und dem Kreuzberg, die dritte Stelle ein. Da die alte Kirche für den Ansturm der Wallfahrer bald zu klein war, wurde sie 1672 erweitert und schließlich neu gebaut.
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| Westfasade mit Haupteingang |
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Der jetzige, fünfte Bau der Kirche wurde in den Jahren 1781-85 vom Baumeister Johann Michael Schauer aus Wermerichshausener Sandstein im Empire-Stil errichtet. Die Kirche besteht aus Langhaus und Chor; beide mit Spiegeldecken und einem spätgotischen Glockenturm (1499). Bei einem Brand des Hochaltars im Jahr 1891 wurde das Gnadenbild zerstört. Die verkohlten Überreste wurden in das neu geschnitzte Gnadenbild eingearbeitet, das bis heute im Mittelpunkt der Wallfahrt zum Findelberg steht. Gnadenbild:
An das alte Gnadenbild knüpft sich folgende Legende: Beim Hüten seiner Schweine fand ein Hirte das Marienbild auf dem „Götzeneller“. Er brachte es in die Kirche von Saal und auch in die Kirche von Wülfershausen. Doch das Gnadenbild kehrte auf wundersame Weise immer wieder zur Fundstelle zurück. Daraufhin wurde dort eine Kapelle errichtet. Ausstattung:
Beim Brand 1891 wurde der ursprüngliche Empire-Altar völlig zerstört und durch einen im neuromanischen Stil gestalteten Altar ersetzt. Der jetzige barocke Hochaltar von 1733 wurde aus der S. Nikolaikirche zu Marktbreit erworben und bei der Kirchenrestaurierung (1964-1967) errichtet. Der Bildhauer Hubert Knobling aus Großeibstadt ergänzte ihn mit einer Gott-Vater-Statue, einer Hl.-Geist-Taube und mehreren Engeln. Das Gnadenbild der Muttergottes mit dem göttlichen Kind, umgeben vom einem Strahlenkranz, schnitzte Bildhauer Gebhard Kessler aus Stangenroth (1966) nach einer Riemenschneider-Vorlage. In der Rückseite des Gnadenbildes ist ein Reststück des 1891 verbrannten Gnadenbildes eingelassen. Im Chorraum befindet sich ein Deckengemälde („Geburt Christi“) des Rottenburger Malers Schraivogel. Das Hauptgemälde an der Langschiffdecke („Mariens Himmelfahrt“) ist eines der letzten Meisterwerke des Malers Johann Peter Herrlein, der 1799 in Saal vestorben ist und auf dem Findelberg-Friedhof beigesetzt wurde. Der neue Volksaltar und Ambo wurde am Patrozinium der Wallfahrtskirche „Mariä Heimsuchung“ (2. Juli 2005) von Bischof Dr. Friedhelm Hofmann eingeweiht. Der neue Altar basiert auf einem künstlerischen Entwurf des Domkapitulars Dr. Lenssen und besteht aus gelbem Jura-Kalkstein mit verschiedenen Profilierungen und Vergoldungen. Die Anfertigung erfolgte durch die Firma Steinmetz GmbH, Hassfurt. Die Seitenaltäre im Langschiff stammen vom Holzbildhauer Georg Winterstein (1743-1806) und sind noch im ursprünglichen Empire-Stil erhalten. Die beiden Altarblätter vom Hl. Joseph und Hl. Wendelin wurden von Conrad Huber (1752-1830) gemalt. Auch die Kanzel mit den vier Evangelisten und der geschnitzte hohe Rahmen der Pieta (um 1450) gegenüber der Kanzel sind Werke des G. Winterstein. Die reich verzierte Barockorgel befindet sich auf der Doppelempore und wurde 1913 von der Hofheimer Orgelbaufirma Eduard Hofmann erbaut. Sehenswert sind auch die Kapellen und Andachtsstätten rings um die Findelbergkirche. Wallfahrt heute:Viele Pilger aus nah und fern finden einzeln oder in Gruppen den Weg zum Findelberg. Zum Patrozinium „Mariä Heimsuchung“ am 2. Juli (Wallfahrtstag mit Festgottesdienst am darauf folgenden Samstag) kommen viele Gläubige zu ihrem Grabfeldheiligtum um dort zu Maria zu beten und ihre Anliegen und Sorgen vor Gott zu tragen.
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